Jemen Kinderhilfe Aichach e.V.

Hilfe, die ankommt und unmittelbar wirkt

Förderverein Aktion Jemenhilfe e.V.

Stiftung Jemenhilfe Deutschland

Aichach im November 2013

Liebe Freunde der Jemen Kinderhilfe e.V.,

Gott sei Dank haben alle unsere Kinder die Unruhen der beiden letzten Jahre gut überstanden. Dank unserer Hilfe sind sie gut ernährt, gehen in die Schule und lernen fleißig.
Ich werde immer wieder gefragt warum wir unsere Kinder in Privatschulen schicken. Im Jemen sitzen in einer Klasse ca. 100 Schüler. Die Lehrer an den staatlichen Schulen sind schlecht ausgebildet zum Teil haben sie nur sechs Monate „Studium" hinter sich. Die Schulen sind schlecht ausgestattet. In Al Mihlaf z.B. sitzen die Kinder immer noch unter Bäumen im Sand.
Das Land braucht dringend gut ausgebildete junge Menschen, um die Situation langsam zu verbessern.

Unser Ältester
Mustafa hat sein BWL-Studium beendet und macht gerade ein Praktikum. Später, wenn er eine feste Anstellung hat, wird er eine noch zu bestimmende Summe an die Kinderhilfe zurückzahlen.
Waheeb, studiert mittlerweile im fünften Semester Pharmazie an der Libanesischen Universität in Taiz. Diese Universität war während der Unruhen die Einzige, die geöffnet war. Waheeb studiert, wie ich selbst sehen konnte, mit großem Eifer und Erfolg. Auch betreut er mit großer Geduld nebenher die Hausaufgaben der Kleinen. Aus dem kleinen Buben von einst wurde inzwischen ein zuverlässiger junger Mann.
Arafat 1 hat während die Universitäten geschlossen waren in Sana'a deutsch am Deutschen Haus gelernt. Lange Zeit war auch  seine Universität in Dhamar geschlossen. Die Medizinstudenten gingen auf die Barrikaden und haben immerhin erreicht, dass ihre Fakultät geöffnet wurde und Vorlesungen stattfanden. Arafat lebt in einer WG in Dhamar. Er ist fest entschlossen ein guter Arzt zu werden und ist unglücklich über die Zustände an seiner Uni. Es sitzen ca. 200 Studenten in einem Hörsaal und der Professor hat kein Mikrofon. Es gibt keine Mikroskope und die Professoren erlauben keine Fragen. So müssen sich die Studenten alles Wissen lediglich aus Büchern aneignen.
Mich macht Arafats Situation besonders unglücklich, weil sich die Aussicht in Salzburg studieren zu können zerschlagen hat.
Ali, mit der Abiturnote 1 konnte ebenso nicht mit dem Studium beginnen. Auch er war in Sana'a am Deutschen Haus, um deutsch zu lernen. Unglücklicherweise wurde er schwer krank. Zunächst litt er an Helikobakter. Er bekam schwere Medikamente. Kurz darauf hatte er eine Salmonellenvergiftung. So stand er vor ca. sechs Monaten total abgemagert in Taiz vor der Tür unserer Wohnung. Er kann bis heute kaum essen und trinken. Ständig hat er Blut im Stuhl und es gibt in Taiz keine Ärzte mehr, die eine Rectoskopie durchführen können.
Arafat 2, studiert in Hodeida an einer islamischen Schule Rechtswissenschaften. Da im Jemen die Scharia Gesetz ist, ist dies der einzige Weg Jurist zu werden. In den Ferien kommt er nach Taiz nach Hause zurück. Sein Klumpfuß ist gut verheilt, er kann ganz normal laufen.
Adham, hat in Taiz Englisch-Kurse besucht und studiert seit Kurzem in Taiz Informatik.
Alahu, ist nach wie vor Schulbester.
Nuri ist inzwischen wieder nach Taiz zurückgekehrt. Er war lange bei seinen deutschen Zieheltern in Bielefeld. Er sollte operiert werden, was dann letzten Endes doch noch nicht möglich war. Er ging in Bielefeld in die Schule und spricht gut deutsch. Die Umstellung ist sicherlich nicht ganz einfach für ihn.
Abdu 1, ist schwer Zuckerkrank. Seine Mutter ist bei seiner Geburt gestorben, seine Stiefmutter weigert sich um ihn zu kümmern. Seine Medikamente sind zwar teuer, aber wenigstens zu bekommen.
Ishaat, 12 Jahre ist seit Kurzem bei uns. Ich habe ihn noch nicht kennen gelernt.                                                 weiterlesen

Jahresbericht 2013
der Jemen Kinderhilfe e.V.