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Das Umfeld
Die Schule von Al Mihlaf, einem Bergdorf in ca. 2 500 m Höhe, liegt ca. 35 km von der nächsten Stadt, Taiz, in einer abgelegenen Gegend. Die meisten, vor allem die älteren Menschen, dort sind Analphabeten. Die jüngeren Männer haben erkannt, dass Schulbildung wichtig ist und haben für die ca. 900 Kinder der Region eine kleine Schule gebaut. Es handelt sich um vier Klassenräume, ohne Tür und Fensterscheiben, deren Decke mit alten Plastiksäcken abgedeckt ist.
Da unmöglich alle Kinder unterkommen können, findet der Unterricht meist im Freien unter Bäumen statt oder in Gruben, die von den Lehrern ebenfalls mit dürren Zweigen und Plastiksäcken abgedeckt sind. Sollte es einmal regnen, muss der Unterricht ausfallen. Auch das Feld unter den Bäumen muss dann geräumt werden, weil die Bauern ihren Acker bearbeiten.
Trotz Schulpflicht ist im Jemen ein Besuch der Schule ohne Schuluniform nicht möglich. Arme bleiben somit chancenlos.
Witwen und verlassene Frauen werden immer häufiger von der Familie des Mannes vertrieben und sind damit der Barmherzigkeit der Frauen aus ihrem Dorf ausgeliefert. Sie sind Analphabetinnen, haben viele Kinder und keine Chance Arbeit zu finden. Durch die seit langem anhaltende Dürre können die selbst am Existenzminimum lebenden Frauen des Dorfes nicht lange helfen.
Durch verseuchtes Wasser und Mangelernährung leiden vor allem die Frauen und Kinder an Anämie und sind darum sehr anfällig für Krankheiten. Auch hat der Jemen die höchste Zahl an schwerstverbrannten Kindern der Welt. Dies kommt von grässlichen Unfällen mit Kerosinlampen. Strom gibt es in vielen Dörfern nicht. Allein in der Hauptstadt Sana'a leben 25 000 Straßenkinder. In Taiz ist die Situation nicht besser. In einem kleinen Heim konnten bisher gerade mal acht Kinder aufgenommen werden.
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